Vom Supertanker zum Schnellboot

Boot an traumhaftem Strand

© Freesurf – fotolia.com

„Wir müssen mehr wie ein Schnellboot werden!“, war die Forderung des Abteilungsleiters zu seinen Mitarbeitern. Alle stimmten zu, obwohl sie die internen Strukturen des Unternehmens genau kannten. Hier verdichten sich die Ansprüche und Anforderungen an Unternehmen in aktuell schnellen und dynamischen IT-Märkten. Beschleunigung um jeden Preis – ohne den Weg dorthin zu kennen. Aber wie bekommt man Klarheit, wenn man unter starkem Druck handeln muss?

Man sollte sich fragen, warum man sich auf einem Supertanker befindet und welche Vorteile dieses auch hat. John Kotter erläutert in seinem Buch XLR8, Accelerate (zu Deutsch: beschleunigen) das Dilemma von Führungskräften, zum einen das Tagesgeschäft mit seinen etablierten Strukturen am Laufen zu halten und zum anderen flexibel genug zu sein, um schnell auf veränderte Wettbewerbssituationen reagieren zu können.

In der heutigen Zeit ändern sich die Rahmenbedingungen für das Handeln in enormer Geschwindigkeit. Strenge Hierarchien sind von vielen Mitarbeitern nicht mehr gewünscht, die Erfahrungen der privaten Lebenswelt wirken sich auch stark auf die gewünschten Strukturen und Werte im Berufsleben aus. Die Online-Bestellung die vor kurzem noch bei Lieferung nach 3 Tagen als schnell empfunden wurde, wird heute schon als verspätet wahrgenommen.

Auch gibt es Unternehmen, die strikt eine agile und schnelle Handlungsweise vorleben. So wie die Consorsbank vor mehr als  15 Jahren startete und schon damals als Schnellboot unter Supertankern bekannt war. Und trotz einer weiteren Entwicklung und weiterem Wachstums kann Consors immer noch agil handeln.

Weiter kann der Supertanker neidisch auf die Geschwindigkeit von Startups schauen, die so wendig und anpassungsfähig sind, dass einem schwindelig wird. Aber man kann ja nicht in der Schockstarre verharren, sondern muss doch handeln.

Hier bietet John Kotter einige Vorschläge, wie man in dieser Situation agiert. Er schlägt ein duales System vor, bei dem eine Flotte aus Supertanker und Schnellbooten gebildet wird, um so ein hierarchieübergreifendes Netzwerk zu schaffen. Detailliert zeigt er in seinem Buch einen Weg in klaren Schritten auf, der die Dringlichkeit der Veränderungswünsche ernst nimmt und wirkliche Chancen anbietet.

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Alexander Lohberg

Alexander Lohberg

Mit einem Hintergrund im Systems Engineering und in der Komplexitätsforschung stellt sich Alexander Lohberg der Herausforderung, neue Technologien für den Einsatz im deutschen Markt des E-Learnings bereitzustellen. Entwicklungen der künstlichen Intelligenz werden in die bestehende Lernplattform integriert, um neue didaktische Konzepte zu unterstützen. Neben der technischen Umsetzung von Lernkonzepten beobachtet er aktuelle Trends und Entwicklungen im Bereich der Informationstechnologie und Hightech-Forschung.