Techniken des IT-Projektmanagements für Zuhause

To-do-Listen an Kühlschranktüre

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Im Anschluss an ein Seminar kam ich mit einer Teilnehmerin ins Gespräch, die mir ganz begeistert erzählte, wie die neuen Inhalte und Techniken aus dem Kurs ihr nicht nur auf der Arbeit, sondern auch Zuhause helfen. Die Idee, Techniken aus dem Projektmanagement im persönlichen Alltag einzusetzen, kam mir bis dato noch nicht, klang aber nach einer spannenden Idee. Zum einen hilft es beim Bewältigen verschiedener Aufgaben Zuhause. Zum anderen festigt sich das neu erlernte Wissen am besten, wenn man es regelmäßig anwendet. Und nirgendwo kann man das besser tun als Zuhause mit Freunden oder Familie, da die Techniken im geschützten Rahmen ohne große Konsequenzen ausprobiert werden können. Inspiriert von den Ideen der Teilnehmerin habe ich nun auch überlegt, welche IT-Projektmanagementtechniken man im Alltag einsetzen kann.

Zum einen gibt es das Kanban Board, das zur Planung und Priorisierung von Arbeitspaketen entweder alleine oder im Team – beispielsweise gemeinsam mit der Familie – genutzt werden kann. Hierfür schreibt man Aufgaben auf Karten oder Post-Its und heftet diese an ein sogenanntes Kanban Board, das in mehrere Spalten wie „offen“, „in Arbeit“ und „erledigt“ unterteilt ist. Die Karten werden den entsprechenden Spalten zugeordnet. Zuhause eignet sich diese Technik gut, um Aufgaben im Haushalt zu planen. So gibt es Karten wie „Staub wischen“, „Geschirr spülen“ oder „Einkäufe erledigen“. Jeder sieht sofort, welche Aufgaben noch offen sind. Es wird nichts vergessen, doppelte Arbeit wird verhindert und jeder kann sich eigenverantwortlich die nächste Aufgabe aussuchen.

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Zum anderen gibt es Techniken zum Priorisieren wie die MoSCoW-Methode und das Team Estimation Game. Bei der MoSCoW-Methode werden Aufgaben entsprechend ihrer Relevanz verschiedenen Kategorien zugeordnet. Beim Team Estimation Game geht es dagegen darum, Aufgaben in eine natürliche Abarbeitungsreihenfolge zu bringen. Wie genau die beiden Priorisierungstechniken funktionieren, kann man übrigens auch in unserem Blog nachlesen. Im Alltag eignen sich Priorisierungstechniken beispielsweise, um den nächsten Urlaub zu planen. So können Sehenswürdigkeiten mit MoSCoW danach sortiert werden, was auf jeden Fall besichtigt werden soll und was nach hinten gestellt wird, falls es genug Zeit gibt. Ein anderer denkbarer Einsatz ist, dass der nächste spontane Besuch schon vor der Tür steht und noch vorbereitet werden muss. Die noch zu erledigenden Aufgaben können mit dem Team Estimation Game nach ihrer Wichtigkeit in eine natürliche Reihenfolge gebracht werden, um sich bei knapper Zeit nicht in Kleinigkeiten zu verlieren und stattdessen auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren.

Eine weitere Idee, die ich hier vorstellen möchte, ist die Risikoliste. Solche Listen werden angelegt, um die Menge der bekannten Risiken zu verwalten. Außerdem können weitere Informationen wie die Auftrittswahrscheinlichkeit oder Gegenmaßnahmen vermerkt werden. Wer zum Beispiel eine große Feier wie den nächsten runden Geburtstag plant, kann ebenfalls eine Risikoliste anlegen. Wenn das Wetter zum Risiko wird, können verschiedene Gegenmaßnahmen geplant werden. Bei hoher Regenwahrscheinlichkeit ist es empfehlenswert, lieber drinnen als draußen zu planen. Bei heißen Temperaturen sollte eine Klimaanlage mitgeplant werden. Und wer Musik auf seiner Feier spielen möchte sollte an technische Risiken denken und das Setup vorher testen, um potentielle Probleme rechtzeitig zu beheben.

Sicherlich gibt es noch weitere Techniken aus dem IT-Projektmanagement oder anderen Themengebieten wie dem Requirements Engineering, die im Alltag genutzt werden können. Vielleicht wird einiges schon unbewusst Zuhause eingesetzt, ohne dem eigenen Vorgehen einen Namen zu geben. Reflektieren Sie doch, ob Ihnen bereits bekannte Techniken auch in einem anderen Kontext helfen und dementsprechend das Leben leichter machen können. Dabei sind Ihren eigenen Ideen keine Grenzen gesetzt!

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Jasmin Burda

Jasmin Burda

Jasmin Burda ist Expertin im Bereich industrieller Softwareprozesse mit den Themenschwerpunkten Requirements Engineering, IT-Projektmanagement und Agilität in Projekten. An der Universität Duisburg-Essen absolvierte sie ihren Masterabschluss in Wirtschaftsinformatik mit Auszeichnung. Die aktive Durchführung von Seminaren als Trainerin sowie beratende Aktivitäten als Consultant gehören zu ihren Aufgabenfeldern.