Agilität am seidenen Faden der Prozessqualität

Menschen im Teammeeting vor Whiteboard

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Lassen Sie doch einmal die folgende Aussage auf sich wirken: „Prozesse hatten wir früher, heute arbeiten wir agil!“ Und hören Sie mal ihren Kollegen, Beratern und Managern aufmerksam bei ihren Reden über Agilität zu. Also weg mit den Prozessen. Die haben ja noch nie richtig gut funktioniert. Und das sagt ja schließlich auch das Agile Manifest. Oder?

Spannend finde ich immer Aussagen nach dem Schema „X haben wir ausprobiert, und es hat nicht funktioniert. Daher machen wir nun Y“. Prozesse bringen nichts, daher machen wir Agil. Scrum hat nicht geklappt, wir machen wieder Wasserfall. Der Anforderungsmanager hat den Projektstart nur verzögert, jetzt fangen wir wieder gleich mit dem Entwickeln an.

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In der Praxis beobachte ich häufig, dass die tatsächliche Qualität dessen, was getan wird, nicht reflektiert wird. Wird beispielsweise Scrum gemacht, wird Scrum automatisch auch immer richtiggemacht. Nur weil gesagt wird, „wir machen X und arbeiten nach Y“, wird davon ausgegangen, dass X und Y auf professionellem Niveau und mit hoher Durchführungsqualität geschehen. Und wenn es dann nicht funktioniert, liegt es an X und Y. Wenn wir zu spät kommen, liegt das an der falsch gestellten Uhr, den roten Ampeln, dem Verkehr oder den vollen Fahrstühlen. Aber sicher nicht an uns selbst.

Selten höre ich die Fragen „wo sind wir noch nicht gut genug?“ oder „was müssen wir ändern, um besser zu werden?“. In fast allen mir bekannten Situationen hat hierbei die Reflexion der eigenen Prozessqualität sehr gut geholfen. Insbesondere in solchen Situationen, in denen echte Agilität erreicht werden sollte. Nur wenn ich das, was ich tue, kontinuierlich und in hoher Qualität tue, kann ich schnell auf Änderungen reagieren.

Mehrere Deployments komplexer Systeme pro Tag? Inklusiver aller notwendigen Tests? In der Produktivumgebung? Das geht – aber nur durch Automatisierung. Und Grundlage für Automatisierung ist eine gute Struktur. Nur was klar beschrieben werden kann, kann automatisiert werden. Und Automatisierung ist Grundlage und Treiber der Agilität gleichermaßen. Und somit hängt die Agilität am seidenen Faden der Prozessqualität.

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Prof. Dr. Tobias Brückmann

Prof. Dr. Tobias Brückmann

Prof. Dr. Tobias Brückmann ist Gründer und Geschäftsführer der CampusLab GmbH. Als Hochschullehrer und Gründer arbeitet Tobias Brückmann kontinuierlich an der Professionalisierung und Optimierung von industriellen Softwareprozessen. Zum einen als Trainer und Consultant bei CampusLab. Zum anderen als Professor für das Fachgebiet Software Engineering in der Wirtschaftsinformatik an der IUBH Internationale Hochschule.