Hole dir smarte Geräte ins Haus und ich sage dir, wer du bist

Kameraobjektiv

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Fragt man die CIOs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, so gehören Daten und Sicherheit zu den Top-Themen 2017. Diese Themen sind aber nicht nur für Unternehmen interessant, sondern gewinnen auch im privaten Bereich immer mehr an Bedeutung. Das verdeutlichen vor allem Smart Home Geräte wie Amazon Echo. Dort bringt Sprachassistentin Alexa einen zumindest zum Schmunzeln, wenn man nach ihrer Verbindung zu Geheimdiensten wie der CIA fragt. Da Alexa stets mithört, ob und worüber gerade gesprochen wird, sind solche Fragen nicht ganz unberechtigt.

Genau aus diesem Grund soll Alexa dabei helfen, einen Mordfall in den USA aufzuklären. Momentan verweigert Amazon die Weitergabe der Daten. Trotzdem besteht die Frage, wie viel Privatsphäre mit solch einem Gerät im Haus noch bleibt. Im gleichen Mordfall spielt auch ein smarter Wasserzähler eine Rolle, da dieser am Tag des Mordes einen höheren Verbrauch als normalerweise aufgezeichnet hat. Dadurch wird deutlich, dass verschiedene Rückschlüsse auf das Verhalten eines Haushaltes oder einer Person zurückzuführen sind – auch unbewusst.

Selbst wenn es nicht um Staatsgewalten und Verbrechen geht, machen wir uns durch komfortable und moderne Geräte transparent. So sind smarte Geräte, die ungeschützt mit dem Internet of Things verbunden sind, eine leichte Zielscheibe für Hacker. Dadurch wird möglich, dass in jedem Lebensbereich Daten über uns gesammelt werden. Das fängt schon beim Tracker an, den wir uns ans Handgelenk legen. So lassen sich sportliche Aktivitäten und Daten zur Gesundheit nachvollziehen. Durch Autos, die mit einer Cloud verbunden sind, kann man sogar Aussagen über die Kreditwürdigkeit einer Person treffen. Selbst Kinder sind betroffen, wenn Hacker diese mithilfe der „Hello Barbie“ Puppe nicht nur beobachten und belauschen, sondern auch deren Ortsdaten abgreifen können. Selbst alltägliche Geräte wie Smart-TVs lassen sich mittlerweile aus der Ferne übernehmen.

Trotz offensichtlicher Sicherheitslücken und der Tatsache, dass wir transparent werden, macht der technische Fortschritt keinen Halt. Die genannten Beispiele veranschaulichen, dass es durch smarte Geräte möglich ist, genauere Schlüsse über uns zu ziehen. Außerdem zeigen Fälle wie Amazons Alexa, dass die Rechtslage in diesem Bereich momentan unklar ist und auf diesem Gebiet viel Bewegung herrscht. Natürlich soll das nicht heißen, dass man komplett auf den Komfort von smarten Geräten verzichten muss. Aber es ist wichtig, wenigstens die möglichen Konsequenzen zu kennen und diese bewusst in Kauf zu nehmen, wenn man beim nächsten Mal das schlaue Gerät im Laden sieht. Es ist ebenfalls ratsam, sich zu informieren, wie man seine Privatsphäre bei der Nutzung – zum Beispiel von Smart-TVs – schützen kann.

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Jasmin Burda

Jasmin Burda

Jasmin Burda ist Expertin im Bereich industrieller Softwareprozesse mit den Themenschwerpunkten Requirements Engineering, IT-Projektmanagement und Agilität in Projekten. An der Universität Duisburg-Essen absolvierte sie ihren Masterabschluss in Wirtschaftsinformatik mit Auszeichnung. Die aktive Durchführung von Seminaren als Trainerin sowie beratende Aktivitäten als Consultant gehören zu ihren Aufgabenfeldern.