Schneller scheitern für den frühen Erfolg

„Fail Fast, Fail Often“, ist ein Buchtitel von Ryan Babineaux und John Krumboltz und ein Mantra der Geschäftsführungen im Silicon Valley. Für manche verstörend, für andere inspirierend, ist diese Herangehensweise mittlerweile auch in Deutschland bekannt. Sei es auf Fuck-up Nights oder in Kreisen von Existenzgründern und Startups sowie einigen etablierten Unternehmen, vom Scheitern ist immer öfter die Rede.

Scheitern nicht als Stigma, sondern als alltägliches Phänomen in Projekten und im Tagesgeschäft verstehen. Nicht Angst und Vertuschung, sondern ein pragmatischer Umgang mit dem Versagen, der oft in einem weiteren Schritt zu etwas Nützlichem umgewandelt werden kann, sollte der gewählte Umgang mit dem Schiffsbruch sein.

Aber was bedeutet schnelles Scheitern jetzt genau? Um zu scheitern, muss man erst einmal anfangen, etwas zu tun. Hier setzt oft direkt eine Angst vor dem Scheitern ein, welche neue Ideen und neue Herangehensweisen ausbremst. Man wagt es nicht, etwas zu verbessern, denn es könnte ja schiefgehen und dann muss man die Konsequenzen tragen. Ob das nun eine vertane Chance ist, wird man nie erfahren. Nur wenn das Scheitern sich ausdehnt und ganze Märkte samt Unternehmen verschwinden, bekommt man einen Eindruck von der Allgegenwart des Scheiterns.

Aber wie sieht es aus bei den deutschen Großkonzernen? Wie die Studie „Erfolgsfaktoren im Projektmanagement“ zeigt, werden Konfliktmanagement und Organizational Change Management, zwar oft in den Fokus gerückt, aber mit wenig Budget versehen. Hier zeigt sich eine Kultur der Fehlervermeidung. Ein Beispiel, dass es auch anders geht, ist der Siemens-Konzern. Hier wird eine Einheit next47 aufgebaut, um eine Kultur des Scheiterns zu entwickeln.

Und wie geht es mit dem schnellen Scheitern los? Nicht mit den großen Dingen, sondern bei den kleinen Aufgaben sollte man das Scheitern erproben. Man startet eine Reihe von Experimenten, von denen einige wachsen und sich gut entwickeln, und andere, die scheitern und sterben. Man sollte sich nicht zu lange an Dingen aufhalten, die nicht klappen, sondern mit einem Kniff das Nächste probieren. Auf ein schnelles Scheitern!

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Alexander Lohberg

Alexander Lohberg

Mit einem Hintergrund im Systems Engineering und in der Komplexitätsforschung stellt sich Alexander Lohberg der Herausforderung, neue Technologien für den Einsatz im deutschen Markt des E-Learnings bereitzustellen. Entwicklungen der künstlichen Intelligenz werden in die bestehende Lernplattform integriert, um neue didaktische Konzepte zu unterstützen. Neben der technischen Umsetzung von Lernkonzepten beobachtet er aktuelle Trends und Entwicklungen im Bereich der Informationstechnologie und Hightech-Forschung.