Big Data – was geht?

BigData

Das IT-Trendforschungsinstitut Gartner stellt die sinnvolle Nutzung von Daten aus massiven Beständen oder aus kontinuierlich generierten Datenspuren als einen der Trends für 2015 heraus. Das Stichwort/Schlagwort „Big Data“ kursiert nun schon eine ganze Weile in IT-Abteilungen und unter Vorständen; aber was dieser Begriff genau bedeutet und was konkret zu tun ist, scheint vielen noch immer unklar zu sein.

Gartner zeigt zwei wichtige Aspekte von Big Data auf, die für viele Unternehmen relevant sind. Einerseits beschreibt Big Data die ständig wachsende Menge der zur Verfügung stehenden Daten. Durch den Einsatz von Geräten, Systemen und Netzwerken, die kontinuierlich ihren Status melden, werden mithilfe von Sensoren und Protokollen große Mengen an strukturierten und unstrukturierten Daten erzeugt. Andererseits umfasst der Begriff aber auch Möglichkeiten der Archivierung und Analyse dieser Daten.

Als ein Trend hierbei gilt das Prinzip der fortgeschrittenen, durchdringenden und unsichtbaren Datenanalyse. Zu dieser Analyse gehört es in erster Linie die richtigen und großen Fragen zu stellen, um auch eine große, nützliche Antwort zu erhalten. Die Suche im Datendschungel lohnt sich nur, wenn Sinn und Zweck der Analyse klar definiert sind. Ziel ist es sich vom reinen Selbstzweck der Datenbetrachtung – bei dem mit viel Glück irgendetwas Brauchbares gewonnen werden kann – zu entfernen und durch die Beantwortung vorab erarbeiteter Fragestellungen einen echten Mehrwert zu generieren.

Spannend bleibt die Frage, wie sich dieser Trend bei deutschen Unternehmen entwickelt. Viele Unternehmen sind erst bei der technischen Speichermöglichkeit der Daten angekommen, können sie aber noch nicht sinnvoll verwerten. Das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS beleuchtet zudem auch die technischen und datenschutzrechtlichen Herausforderungen von Big Data. Die bitkom stellt Big Data in ihrem Leitfaden „Big-Data-Technologien – Wissen für Entscheider“ als ein eher technisches Werkzeug vor, das durch Grenzen der Verwertungsmöglichkeiten persönlicher Daten beschränkt ist.

Bei der technischen Einführung von Big Data Ansätzen zur Beantwortung von Fragen, sollten diese Fragen auch immer selbst auf dem Prüfstand stehen. Denn wie schon Douglas Adams in seinem Science-Fiction-Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis“ feststellte, kann eine Antwort niemals befriedigend sein, wenn die Frage nicht präzise genug gestellt wurde.

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Alexander Lohberg

Alexander Lohberg

Mit einem Hintergrund im Systems Engineering und in der Komplexitätsforschung stellt sich Alexander Lohberg der Herausforderung, neue Technologien für den Einsatz im deutschen Markt des E-Learnings bereitzustellen. Entwicklungen der künstlichen Intelligenz werden in die bestehende Lernplattform integriert, um neue didaktische Konzepte zu unterstützen. Neben der technischen Umsetzung von Lernkonzepten beobachtet er aktuelle Trends und Entwicklungen im Bereich der Informationstechnologie und Hightech-Forschung.